Ihr bösen Entwickler – alles Abzocker!

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Ich muss zugeben, die Überschrift meines Artikels ist bewusst provokant gewählt. Denn ich stimme dem überhaupt nicht zu, wenn man sich jedoch die aktuellen Bewertungen von iOutbank Pro für iOS anschaut, könnte man meinen das die Entwickler ganz fiese Typen sind. Sie bieten doch tatsächlich Ihre iOutBank Pro Version derzeit kostenlos an. Hä? Kostenlos? Ja – kostenlos! Warum also der große Aufschrei?

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Nun, Stoeger IT geht hier den Weg, den zuvor auch Agile Bits mit 1Password gegangen ist. Sie bieten ihre aktuelle Version kostenlos an weil die 2.0 (13.01.2013 kommt diese)  an der Tür klopft  und für diese wird wieder Geld verlangt.

Jetzt werden sich die meisten unter euch denken, ja und ist doch toll wenn man etwas kostenlos bekommt. Aber hier kommen die Freibiergesichter zum Zug, denn diese meinen das man ein einziges Mal für eine Applikation bezahlt und dann lebenslang kostenlose Updates bekommt. Das wäre wirklich eine schöne Welt – aber man sollte realistisch bleiben. Entwickler stecken (meistens) sehr viel Arbeit in ihre Entwicklungen und das kostet nun einmal Geld (oder arbeitet ihr umsonst?!), also muss auch irgendwann mal wieder Geld in die Kassen fließen um weiter zu entwickeln und neue Versionen herausbringen zu können.

Bei den Normal-Benutzern kommt so etwas natürlich nicht gut an. Sie sehen nur, gestern habe ICH €7,99 für eine App bezahlt und heute ist sie kostenlos – jetzt kann sich jeder das Teil kostenfrei holen und ich bin der Doofe weil ich dafür gezahlt habe und für die neue Version soll ich auch noch mal zahlen.

Wer ist also Schuld?

Die bösen Entwickler oder Apple? Ich sehe hier ganz klar Apple als den Schuldigen. Denn die Möglichkeiten die Apple den Entwickler bezüglich Upgrades anbietet sind, naja, gleich Null. Es gibt keine Möglichkeit Bestandskunden für ein 2.x Update einen Sonderpreis zu machen während Neukunden den vollen Preis bezahlen. Also müssen Entwickler entweder darauf verzichten und ihre nagelneue Version für Zeitraum X kostenlos anbieten (so können Bestandskunden es auch laden ohne Mehrkosten) – aber auch jeder der noch nie die Entwicklung unterstützt hat bekommt die Software nun kostenlos.

Kleine Hobby Entwickler die das ganze zum Spaß machen oder riesige Firmen können sich das leisten, ein Mittelständisches Unternehmen kann nicht arbeiten und schon gar nicht davon leben.

Lösung?

Die einfachste Methode wäre sicherlich wenn Apple den Entwickler die Möglichkeit gibt für Upgrades bei Bestandskunden einen anderen Preis zu machen als bei Neukunden. Kreative Ideen wie kostenlose App und einen Aboservice halte ich für wenig attraktiv – wer will sich schon ein Abo ans Bein binden?

Und nun?

Nix. Es gibt keine Lösung. Ich musste, nachdem ich die ganzen negativen Bewertungen für iOutbank und bei 1Password gelesen hatte , meinem Unmut einfach mal Luft machen. Ich für meinen Teil habe 1Password 4 gekauft und werde mir auch die iOutbank 2 kaufen – denn für mich sind es wertvolle Apps die ich nicht mehr missen möchte.

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17 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Endlich traut sich einer!! Ich bin ganz deiner Meinung. Gute Arbeit und Entwicklung muss bezahlt werden!

  2. DAS musste mal gesagt werden. Sehr gut. Da ich selbst Entwickler bin, weiß ich gut, wieviel Arbeit in Software steckt. Die Preise im App-Store sind sowieso schon eher niedrig. Also werde ich auch mit Freuden ein zweites mal für iOutbank Pro und Outbank zahlen.
    Das Apple da so wenig Unterstützung bietet ist allerding wirklich schade.

  3. Schöner Artikel, musste mal jemand schreiben. Danke dafür.

    Ich bin aber trotzdem der Meinung das die meisten Leute so denken wie Du und ich. Ich hoffe es zumindest und glaube an das Gute in der Welt ;-) Es ist aber wirklich ärgerlich das die Entwickler dies ausbaden müssen, das Apple es nicht fertigt bringt hierfür eine vernünftige Lösung zur Verfügung zu stellen

  4. Da kann ich Dir nur voll zustimmen; danke für diesen Artikel!
    Ich kann diese Umsonst-Mentalität schon lange nicht mehr verstehen. Fest steht: Irgendwie müssen alle Entwickler ihr Geld verdienen. Und da ist es mit tausendmal lieber, wenn ich für eine App ein paar Euro bezahlen muss, als wenn die Entwickler meine Daten verkaufen, um ihr Geld zu verdienen (siehe Facebook und Twitter).

  5. Das kann ich so voll unterschreiben. Ich verstehe die Leute einfach nicht, die sich beklagen, wenn sie gestern für eine App was zahlen mussten und sie heute gratis ist. Ich meine, wenn ihr heute im Supermarkt ein Brot kauft und morgen ist es ein paar Cents/Rappen günstiger, weil Aktion, dann beklagt sich ja auch niemand, oder?

  6. Die Bewertungsmöglichkeit im Appstore hat den Vorteil, dass sie viele Apps promoten kann, indem gutes User-Feedback potentielle Käufer dazu bringt den Kaufen-Button zu drücken. Der Nachteil ist aber, dass es eine sehr einfache und gelegentlich auch effektive Möglichkeit ist, seinem Unmut freien Lauf zu lassen. Dem könnte man entgegen wirken indem man eine eBay-eske Politik fährt und dafür sorgt, dass negative Bewertungen erst mit dem Entwickler geklärt werden. Hat sicher auch Vor- und Nachteile.

    Was das hier von dir angesprochene Thema angeht, ist es einfach nur lächerlich. Es ist nicht nur so, dass 8 bekackte Euro nix sind, für das, was du da bekommst. Geh Mittag essen, hol dir nen Starbucks-Coffee (ich weiß, viel zitiertes Beispiel) und du bist auch 8€ los. Das ist keine Investition wie ein neues paar Schuhe.

    Dazu kommt noch, diese riesige Ungunst den Mitmenschen gegenüber. Ja es ist schade, wenn sich im Nachhinein rausstellt, dass man mit 2,3 Tagen Warterei ein bissl weniger Geld bezahlt hätte. Aber wird das Produkt dadurch schlechter? Ich hab was bezahlt, also sollst du auch bezahlen? Warum soll es dir besser als mir gehen? Wo zur Hölle leben wir denn?

    Ich hoffe, dass im laufe der Zeit ein Shift im Mindset der Entwickler und somit hier eine gewisse Empörer-Selektion stattfindet. Die Entwickler sollen lernen, sich wieder zu trauen für gute Arbeit gutes Geld zu verlangen. Ein Großteil der Empörer wird sich die App dann gar nicht mehr kaufen. Und das ist gut so, denn solche Kunden will man nicht haben. Nie.

    Sorry, dass ich mich der Ranterei angeschlossen habe. Du hast mich zu sehr inspiriert :D

  7. Nun, ich finde das System ist an ganz anderer Stelle Schuld daran. Nämlich dort, wo Hitlisten zu den meistgeladenen Apps erstellt werden. Nur deswegen gibt es diese – zum Teil – 100 %igen Rabatte. Dieses Marketinginstrument verstehen aber die wenigsten Nutzer und denen wird dadurch dann suggeriert, die Software sei eben auch nichts Wert. Es ist aber mit Sicherheit nicht so, dass man für die Weggabe kostenloser Lizenzen dankbar sein muss, denn letztlich geschieht das auch nur aus Eigeninteresse; das ist aber durchaus in Ordnung, bei einem gewinnorientiertem Unternehmen.

    Ohne Hitlisten gäbe es gemäßigte Rabatte oder, in einer idealen Welt, einen niedrigeren Grundpreis, was im Übrigen die fairste Variante wäre. Ich zahle gerne für gute Software und solange es einen Mehrwert gibt, auch ein zweites Mal für eine neue Version, aber bei den kostenlos-Aktionen zahlen manche Kunden die Aktion, von der andere profitieren. Das wiederum möchte ich nicht – es ist aber auch kein Grund eine riesen Aktion oder Hassparolen in den App-Bewertungen zu starten.

    Abgesehen davon muss man, bezogen auf den Fall Outbank sagen, dass diese bei den Rabattierungen sehr offen sind. Sie werden oft schon Wochen zuvor angekündigt, genau wie auch das Update auf Version 2. Das kommt für den Mac sogar kostenlos.

  8. Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber wozu sollte ich eine App wie 1Password 4 kaufen wenn die alte Version noch genauso funktioniert? Viele Kunden sind vielleicht einfach mit dem Altbewährten zufrieden und wollen gar nichts neues. Die zwei Beispiele die du genannt hast sind aber reichlich wenig. Ich störe mich momentan so ein bisschen an Tapbots und da mag wohl auch Apple seine Schuld mit tragen. Zur Zeit wird ja nur TweetBot hier, TweetBot da präsentiert und vermarktet, aber was viel wichtiger ist: auf dem aktuellsten Stand gehalten. Bei den schönen anderen Bots kommt nichtmal ein, meiner Ansicht nach, obligatorisches iPhone 5 Update. Da stellt sich einem die Frage ob eine Art Abo-Modell für Apps nicht doch sinnvoll wäre. Vielleicht wäre es ein Anreiz für diese und andere Entwickler ihre Apps öfter mal auf den neuesten Stand zu bringen. Für jede neue Funktion eine App neu anzulegen oder In-App Käufe einzubauen kann auch keine Lösung sein.

  9. Schön dies zu lesen. Leider denken zu wenige wie Du. Ich hab im meinem Bekanntenkreis einige von diesen Experten und wir geraten bei diesem Thema immer aneinander.
    Ich werde wieder zahlen und sicherlich nicht zum letztenmal! 1Password und Outbank sind täglich im Einsatz und deshalb ihr Geld wert. Ich bin Fanboy aber manchmal finde ich Entscheidungen von Apple sehr fragwürdig!!!

  10. Stimmt, der AppStore hat mehr als ein Design Update verdient.
    Dieser ist mit den Funktionalitäten soweit wie vor 5 Jahren…

  11. Das absolut niedliche an dieser ganzen Diskussion ist ja dass sich Windows User dennoch jedes Jahr eine neue Version ihrer InternetSecurityFirewallAntispamPizzabackBlowjob Software für 49,99€ kaufen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Aber sobald der Entwickler einer eher nützlichen App eine neue kostenpflichtige Version für 4,99 € in den AppStore stellt wird mit brennenden Mistgabeln und Fackeln auf den Entwickler eingeprügelt.

  12. Thumbs up für diesen Artikel und die Aussagen, die einfach jemand einmal treffen musste. Als reiner Endanwender kaufe ich eine App wenn sie mich interessiert i.d.R. gleich. Und ich bewundere beispielsweise die Programmierer von MiCal, die nie wieder Geld verlangt haben, obwohl sie z.T. wirklich geniale neue Funktionen eingebaut haben, ohne dass ich dafür noch einmal hätte Geld bezahlen müssen, es aber aufgrund der Verbesserung auch getan hätte. Koset nicht jedes Upgrade auf jedem System normalerweise Geld?

    Nur eines gefällt mir nicht so gut – Apps die ich zweimal kaufen muss, weil es sich nicht um universelle Apps handelt, die ich auf iPad & iPhone benutzen kann. Das ist aus meienr Sicht aber ein rein psychologischer Aspekt der mich manchmal anhält ein zweites mal zu bezahlen, statt beim ersten mal einfach einen höheren Preis zu zahlen ;-)

  13. JUP…! Meine Meinung und zwar in allen Punkten. Wenn man mal die Preispolitik mancher Entwickler ansieht, dann empfinde ich sehr viele Apps als schon fast zu billig. Auch wenn die Verteilung teilweise gigantisch ist steckt in jeder App eine Menge Arbeit und letztendlich auch Geld. Auch “Neu” Entwicklungen von bestehenden Programmen kosten Geld – warum also immer kostenlos?

    Diejenigen unter Euch, die wie ich Apps früher noch im “Laden” kaufen und dafür echt viel Geld zahlen mussten, lachen über diejenigen, die sich heute über die Preispolitik beschweren. Mensch Leute: Machen wir uns mal nix vor – wir leben doch im Schlaraffenland…

    Und wenn man dann noch hinzufügen darf: Derjenige der meckert sollte sich mal hinterfragen, ob er nicht auf für seine Arbeit Geld verdient. Man stelle sich vor: Der Chef kommt rein und sagt: “Hör mal – letzten Monat habe ich Dich doch schon bezahlt. Auch wenn Deine Arbeit in diesem Monat super gut war – es wäre die totale Abzocke von Dir, wenn Du jetzt schon wieder Lohn fordern würdest…!!!” Die Gesichter möchte ich mal sehen…!

    • “Hör mal – letzten Monat habe ich Dich doch schon bezahlt. Auch wenn Deine Arbeit in diesem Monat super gut war – es wäre die totale Abzocke von Dir, wenn Du jetzt schon wieder Lohn fordern würdest…!!!”

      :DDD

  14. Passt wie die Faust auf’s Auge! Ich arbeite im Einzelhandel und kriege diese “Geiz ist geil”-Mentalität jeden Tag mit.
    Leider ist Outbank 2 ja nicht nur wegen des Updates, sondern auch wegen der Sicherheitslücke in aller Munde.
    Ich werde die App dennoch kaufen und auf ein baldiges Update warten.

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