NFC – meine ersten Gehversuche (inklusive Beispiele)

Diejenigen von euch die mir bei Twitter folgen haben es eventuell bereits mitbekommen. Seit kurzem befindet sich ein weiteres Gerät bei mir im Gadget-Pool. Ein Sony Xperia Z – ein Android Smartphone. Ich habe mich entschieden dieses zu behalten und mit einer MultiSIM neben meinem iPhone 5 zu nutzen. Eine Sache die mich schon immer neidisch zu Android hat blicken lassen ist NFC. NFC steht für Near Field Communication.

Einfach ausgedrückt bedeutet es das ein Gerät mit NFC mit anderen NFC Geräten Kontakt aufnehmen kann um Daten kontaktlos (also per Funktechnik) auszutauschen.  Bei den NFC-Geräten unterscheidet man zwischen aktiven und passiven NFC-Transmittern. Ein Smartphone oder Tablet ist z.B. ein aktiver Transmitter, während ein NFC Aufkleber, Schlüsselanhänger oder Armband ein passiver ist. Ein passiver NFC-Transmitter wie z.B. ein Aufkleber beinhaltet einen kleinen Chip und eine Antenne aber keine eigene Energiequelle. Sobald man sich mit einem passiven Transmitter einem aktiven (also Smartphone) nähert, bekommt der Chip Energie und kann seine Arbeit verrichten.

Der Datenaustausch kann also von einem NFC fähigen Smartphone/Tablet zu einem anderen NFC fähigen Smartphone/Tablet geschehen oder von einem Smartphone/Tablet zu einem NFC-Tag (Aufkleber, Armbändern, etc.) Zusätzlich gibt es noch andere Geräte, wie z.B. Lautsprecher die die Kopplung via NFC bewerkstelligen.

Und um die  NFC-Tags soll es im heutigen Artikel gehen. Was mache ich damit und wofür sind sie eigentlich gut?

Damit NFC funktioniert ist es notwendig zwei NFC Geräte (oder ein NFC Smartphone und NFC-Tags) innerhalb einem Radius von ca 1-5cm zu einander zu führen. Eine tatsächliche Berührung muss nicht stattfinden. Die Entfernung spielt eine wichtige Rolle. Den man könnte einen NFC-Tag so programmieren, dass dieser den Zugang zum Gast-Netzwerk in der eigenen Wohnung freigibt. Da wäre es schon etwas blöd wenn NFC einen Radius von 10 Metern hätte und Leute von aussen dann diesen lesen könnten. Aber wie gesagt – keine Angst. NFC funktioniert nur wenn die sehr eingeschränkte Distanz eingehalten wird.

Heute kam mein heiß ersehntes NFC-Starter Paket von NFC21.de an – und ich habe natürlich gleich mal angefangen mit der Automation von “lässtigen” Vorgängen.

Und was machst du mit NFC?

Das Sony Xperia Z ist, wie fast alle Android Smartphones, mit der NFC-Technik ausgestattet. Mit Hilfe von einer App (ich nutze den NFC-Aufgaben Manager) kann ich verschiedenste Dinge auf die NFC-Tags programmieren. Es gibt noch einige anderen NFC-Apps im PlayStore – aber der NFC-Aufgaben Manager wurde mir ans Herz gelegt.

Am besten ist es wenn ich es anhand ein paar Beispiele erläutere was ich nun mit den ganzen NFC-Tags mache.

Beispiel 1 – Zuhause

Ich habe an meiner Eingangstür einen NFC-Aufkleber, dieser wurde von mir mit 2 Profilen programmiert. Bei Annäherung löst er folgendes aus

  • WLAN an
  • Bluetooth aus
  • Klingelton auf halbe Lautstärke
  • Mobiler Datenverkehr aus

Wenn ich die Wohnung verlasse und wiederum denselben NFC-Aufkleber berühre passiert das Gegenteil von Profil 1 also

  • WLAN aus
  • Bluetooth an
  • Klingelton auf volle Lautstärke
  • Mobiler Datenverkehr an
Beispiel 2 – Büro

Auch hier habe ich an meinem Schreibtisch einen NFC-Aufkleber platziert. Dieser macht dann folgendes

  • WLAN an
  • Bluetooth aus
  • Klingelton aus
  • Vibration an
  • Mobiler Datenverkehr aus

Und beim erneuten Annhähern macht er dann wiederum das Gegenteil (wenn ich z.B. zum Mittagessen das Büro verlasse)

Beispiel 3 – Auto

In meiner KFZ-Halterung haben ich ebenfalls einen NFC-Aufkleber gepackt. Dieser macht folgendes

  • WLAN aus
  • Bluetooth an
  • Verbinde mit Autoradio
  • Starte die Podcast App
  • Klingelton auf volle Lautstärke
  • Mobiler Datenverkehr an
Beispiel 4 – UltraGeek mit WoL

Okay, das ist ein wirkliches Geek Beispiel. Ihr könnt einen NFC-Tag so programmieren das dieser bei der Ankunft Zuhause sich im WLAN anmeldet und dann euren Rechner via WakeOnLan (WoL) aufweckt. Wie das geht (ich selber habe das nicht probiert) steht hier in der Schritt-für-Schritt Anleitung.

Grundsätzlich kann man so ziemlich alles mit NFC und Android automatisieren. Einige haben z.B. einen Aufkleber auf Ihrem Mac geklebt der bei Berührung dafür sorgt das das Smartphone sich mit dem Mac verbindet via Samba Share.

Mehr mit ROOT Zugriff

Wer ROOT-Zugriff hat kann noch ein paar mehr Funktionen nutzen wie z.B. den Flugmodus oder GPS an bzw. auszuschalten.

Da mein Xperia Z (noch) keinen ROOT-Zugriff hat, habe ich diese Tests noch nicht gemacht. Aber denkbar wäre hier auf dem Nachttisch einen NFC Tag zu platzieren der den Flugmodus aktiviert wenn man sich am Abend zum schlafen hinlegt.

NFC-Starter Kit

Wie Eingangs geschrieben habe ich meinen Starter-Kit von NFC21.de erhalten. Er liefert mir meine Grundaustattung und genug Aufkleber, Anhänger & Co um NFC effizient zu nutzen. Der Starter-Kit besteht aus den folgenden Artikeln.

NFC Tag Sticker (Aufkleber mit 3M Klebeschicht):

  • 5x NFC Tag Sticker in weiß (Format: 30mm)
  • je 1 NFC Tag Sticker in den Farben orange, grün, lila, grau, weiß (Format: 35mm x 35mm)

NFC Karten (Card)

  • 1x NFC Karte (Card) in weiß (Kreditkartenformat: 85mm x 54mm)
  • 1x NFC Karte (Card) transparent/ milchig (Kreditkartenformat: 85mm x 54mm)

NFC Tag Sticker (Aufkleber mit 3M Klebeschicht)

  • 2x NFC Tag Sticker in weiß (Format: 35mm x 35mm)

NFC Schlüsselanhänger (Key)

  • 1x NFC Key (Schlüsselanhänger) in schwarz
  • 1x NFC Key (Schlüsselanhänger) in blau

NFC Armband

  • 1x NFC Armband (verstellbar) in orange

Fazit

Wie ich mir bereits dachte. NFC ist ein Werkzeug um Dinge zu vereinfachen und für Geeks mit NFC Geräten ein Traum. Es macht einfach Spaß und mit der Zeit wird die Anwendung zur Gewohnheit. Leider hat es Apple ja bislang nicht für nötig gehalten NFC in seine Geräte zu integrieren. Man sieht zwar das Apple in einer ähnlichen Richtung herumspielt (Apple TV Einrichtung mit “berühren” eines iPhones via Bluetooth 4.0) – aber es ist ein wenig Schade das sie nicht auf NFC setzen und sei es nur als Zusatzfeature.

Benutzt du auch ein Gerät mit NFC? Für welche Zwecke benutzt du es bzw. welche Apps hast du im Einsatz? Über Feedback in den Kommentaren würde ich mich dies bezüglich freuen!

 

10 Antworten auf „NFC – meine ersten Gehversuche (inklusive Beispiele)“

  1. Du hast jetzt die schöne Werbewelt aufgezählt aber man sollte die Nachteile wissen!

    Die angeblich so kurze Reichweite kann eben nicht garantiert werden! Funkreichweiten schwanken mit dem Wetter, den verwendeten Antennen, Fertigungstoleranzen der Bauteile etc. Ich würde das für nichts wichtiges verwenden, das man nicht mit PIN o.ä. bestätigt.

    In den USA sind die Diebe da schon drauf eingestellt. Im vorbeigehen werden die Karten ausgelesen und Geld abgehoben.
    In England gab es gerade einen Skandal. Leute haben an der Kasse doppelt gezahlt. Während sie z.B. in Bar bezahlten, wurde es auch gleichzeitig vom Konto abgebucht. Die wussten teilweise nicht einmal, das ihre Karten diese Funktion haben. Schlimm das die Kasse das angeblich nicht meldet oder der Kassierer hat nicht aufgepasst.

    Gestern wurde im Fernsehen vorgestellt, das es NFC Karten auch schon in Deutschland gibt. EC und Kreditkarten werden jetzt nach und nach mit NFC ausgerüstet. Nennt sich hier GiroGo, PaySafe oder ähnliches. Im Gegensatz zum Reisepass, kann man diese leider nicht mit einer Mikrowelle lahm legen – der Chip wird noch gebraucht.

    Man bekommt jetzt überall Kartenhüllen mit Abschirmung. Das finde ich aber lästig!

    1. Danke für die Informationen.

      Die NFCs die ich benutze haben ein geringe Reichweite, daher ist selbst bei idealsten Bedingungen es nicht möglich diese von der Ferne auszulesen und falls ja würde der Auslesende keinen Spaß haben da er nur WLAN bzw. Bluetooth an seinem Gerät damit abschaltet 😉

      Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht, bei so sensiblen Sachen wie der Bezahlung sollte man vorsichtig sein.

      1. Für deine Beispiele gibt es natürlich gar keine Gefahr. Problematisch wird es ja nur bei Bezahlfunktionen und Ausweisen.

        Die deutschen Datenschützer stehen dem sehr skeptisch gegenüber. Die angeblichen z.B. 1 cm Reichweite lässt sich ja völlig problemlos verlängern, wenn das Auslesegerät eine bessere Antenne, stärkeren Sender und Empfänger hat. Dazu ist keine Änderung an den NFC Stickern oder Chips nötig.
        Auch ist es nicht nötig daraus dann Meter zu machen. Es reicht völlig das es 10 cm weit reicht, um die Daten im vorbeigehen auszulesen.

        Genau das wird ja gerade in der Werbeindustrie eingeführt…. man bekommt Werbung zu dem Laden, vor dem man gerade steht! Die Werbefirmen sind begeistert von NFC aber mit GPS und Wlan lässt sich auch schon viel machen. Die neue Indoor GPS Funktion vom iOS7 wird dazu sicher auch verwendet.

        Bei neuen EC/Kreditkarten also genau nachsehen, ob die schon NFC haben.

        Gut finde ich das neue Kickstarter Unternehmen, die einen NFC Ring erfunden haben. Volle NFC Funktionalität aber nur wenn man den Ring antippt. So macht man es richtig!

        1. Ich bin ebenfalls auf iBeacon gespannt und in wie weit es sich etablieren wird/kann (da die “Beacons” wohl im Stückpreis wesentlich teurer sind als ein NFC-Tag).

          Nachdem ich in einigen Foren wegen NFC und EC-Karten/Perso gelesen hatte habe ich gleich mal meine Karten angeschaut und versucht einen NFC-Chip zu lesen – bislang sind allerdings alle meine Karten “dumm” und haben nichts dergleichen integriert.

          Mal schauen wie es weiter geht. Leider hat JEDE Technik immer eine Lücke die dann wiederum von Betrügern jeglicher Art ausgenutzt werden :-/

  2. Hallo Bernd,

    erst einmal vielen Dank für deinen aufschlussreichen und informativen Artikel. Ich war ja am Anfang kein Fan von NFC (hatte Sicherheitsbedenken). Aber nach deinem Artikel hat sich meine Meinung echt geändert.

  3. Was es nicht alles gibt – auf jedenfall ist mir das System deutlich symphatischer als alles was mit dem iPhone zu tun hat. Eine lustige Spielerei die ich mal meiner Freundin vorschlagen könnte (die hat zumindest die Hardware).

    Was muss ich für so ein Spaß investieren?

  4. Hi,

    ich habe NFC bisher nur einmal mit einem Freund testen können und war nicht auf anhieb überzeugt. Nach dem Artikel werde ich dem ganzen aber nochmal eine Chance geben, denn sind wir mal ehrlich – jeder möchte sich das Leben leichter machen.

    Grüße

  5. Hi,
    bin auch gerade dabei und werde mir wohl mal ein Starterpaket bestellen.
    Weiß nicht, ob Du mir eine Verständnisfrage beantworten kannst…
    Also wird denn die Anweisung, was das Smartphone machen soll wirklich auf dem Chip gespeichert oder wird vielmehr auf dem Smartphone ein Skript angelegt, welches ausgeführt wird, wenn ein bestimmter Chip (haben ja wohl weltweit eine eindeutige Nummer) gelesen wird?
    Wenn es wie zuerst beschrieben wäre, müsste der Aufruf ja auch ohne die Schreibe-App und auf baugleichen Geräten funktionieren, oder?
    Bin nämlich ein wenig angefixt von meiner NEX-Kamera, welche per NFC Ihre WLAN-Daten an das Smartphone weiterreicht und auch noch gleich die App startet, ohne dass man am Smartphone was installieren muss. Man braucht dann nur die Sony-App, um die Bilder zu übertragen.
    Würde das nun gerne meiner Canon-Kamera auch manuell beibringen, indem ich einen NFC-Tag mit den notwendigen Infos anpinne. Da ich neben Smartphone auch noch 2 Tablets verschiedener Größe habe, wäre es halt cool, wenn es wirklich reichen würde einmal den Chip zu programmieren …
    Gruß
    Matthias

  6. @Matthias Sieht leider nicht so aus. 🙁 Alle NFC-Apps, die ich mir runtergeladen habe, sagen, das die so beschriebenen Sticker nur von der eigenen App gelesen werden können.

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